

v.li.n.re.: maco buchinger, peter schnöll, michael russ, vladimir klisuric, karin gassner, markus angerer, dir. guido güntert, elisabeth linhuber, cristina colombo, andrea anditsch, jan-nahuel jenny, adalbert gauss, bernhard jenny.
„niemand darf benachteiligt werden, nur weil er oder sie eine behinderung hat.“, zitiert geschäftsführer guido güntert aus dem leitbild der lebenshilfe salzburg. er will diesen leitsatz konsequent umgesetzt sehen. „auch auf unserer homepage!“ diese forderung entspricht auch der am 9. juli von österreich unterzeichneten un-konvention für die rechte von menschen mit behinderungen. auch hier findet sich ein eindeutiges bekenntnis, den zugang ins weltweite netz für menschen mit behinderungen zu fördern. „ein grund mehr, sich mit der materie intensiv auseinanderzusetzen und vorreiter zu sein!“, so güntert.
barrierefrei – was ist das?
„bei der konzeption und gestaltung der neuen homepage haben wir versucht, die speziellen bedürfnisse von menschen zu berücksichtigen, die auf besonders klare übersichtlichkeit und wirkliche bedienungsfreundlichkeit angewiesen sind. barrierefreiheit ist ein prinzip, welches allen menschen entgegenkommt“, erklärt bernhard jenny von der agentur jennycolombo.com, die mit der umsetzung betraut war.
- der aufbau ist klar und logisch gestaltet. es gibt mehrere möglichkeiten, themen zu finden: einerseits über eine klassische sitemap, die systematisch durch die bereiche der organisation führt, andererseits über zielgruppenorientierte fragen an die nutzer und über einen schlagwortkatalog.
- viele texte, die für menschen mit geistiger behinderung interessant sind, wurden in leicht verständlicher sprache formuliert und sind mit dem zeichen „LL“ („leichter lesen“) gekennzeichnet. dazu haben die mitarbeiterinnen der lebenshilfe, die die texte geschrieben haben, eigens ein seminar „schreiben in leicht verständlicher sprache“ besucht.
- eine kontrollgruppe von beeinträchtigten leserInnen hat die entstandenen texte auf ihre verständlichkeit geprüft und anschießend noch einmal verbessert.
- eigennamen und schwer verständliche worte sind markiert und werden in einem „wörterbuch“ erklärt.
- personen, die nicht lesen können, können die homepage mit unterstützung nutzen. für diese personen besteht die möglichkeit, sich den text der jeweiligen seite vorlesen zu lassen. auch die bilder werden beschrieben. bildtexte können ebenfalls von diesem programm vorgelesen werden
- bei änderung der schriftgröße wurde darauf geachtet, dass im sinne der lesbarkeit der zeilenumbruch stets sinnvoll bleibt. es gibt eine funktion für sehbehinderte menschen, mit der man den kontrast verändern kann. dann liest man weiße schrift auf schwarzem grund.
viele weitere hilfreiche funktionen, wie etwa links zu google-map mit anreisebeschreibung zu allen lebenshilfe-einrichtungen - auch für nutzerInnen, die öffentliche verkehrsmittel benutzen oder die möglichkeit, sich an einer diskussion über den begriff „geistige behinderung“ zu beteiligen, machen die lebenshilfe-seite zu einem ziel im internet, an dem man über die angebote der lebenshilfe hinaus viel über menschen mit geistiger und mehrfacher behinderung erfahren kann.
die bezeichnung „geistig behindert“ wird dem wesen eines menschen nicht gerecht
die gemeinsame arbeit mit menschen mit geistiger und mehrfacher behinderung an der homepage hat einmal mehr eine debatte über die bezeichnung „menschen mit geistiger behinderung“ entfacht. bereits beim ersten gemeinsamen arbeitstermin wurden nicht nur textstellen besprochen, die noch nicht leicht verständlich waren. einstimmig erklärte die kontrollgruppe, dass sie sich durch die bezeichnung „menschen mit geistiger behinderung“ diskriminiert fühlt.
eine groß angelegte diskussion ergab, dass der begriff „geistige behinderung“ in der gesellschaft negativ besetzt ist: menschen mit geistiger behinderung werden nach wie vor ausgegrenzt und es wird ihnen das gefühl vermittelt, sie seien minderwertig. die lebenshilfe salzburg bietet auf ihrer homepage auch ein diskussionsforum zu diesem thema und will in ihrem einflussbereich und mit den ressourcen, die ihr zur verfügung stehen, dazu beitragen, den weg in eine gesellschaft zu ebnen, in der jeder mensch seinen selbstverständlichen platz hat. wenn darüber hinaus ein ersatz für die bezeichnung „geistiger behinderung“ gefunden wird, wird er auch verwendet.
http://www.lebenshilfe-salzburg.at