darf leben selektiert werden?

detail aus dem jahresbericht

beziehungleben

wenn menschen mit ihren problemen in beziehung und partnerschaft nicht nur ein offenes ohr finden, sondern ihre situation verändern können, dann ist sehr oft kompetente beratung erfolgreich gewesen. das team von beziehungleben.at ist für die partner-, ehe-, familien- und lebensberatung in ganz oberösterreich zuständig und betreibt über 25 beratungsstellen.

ein aktuelles thema, um welches sich das team von beziehungleben.at annimmt, ist die situation nach einem erkenntnis des ogh, wodurch jede/r gynäkologe/in praktisch verpflichtet erscheint, einer schwangeren drastisch vor augen zu führen, welche formen geistiger und/oder körperlicher behinderung drohen. es reicht nicht, auf die möglichkeit einer anomalie hinzuweisen und an
eine spezialklinik zu überweisen. es braucht nicht viel phantasie, um sich die folgen auszumalem: bei so genannten „risikoschwangerschaften“ – in deutschland zählen bereits zwei drittel aller schwangerschaften dazu – kann sich eine frau erst dann „verantwortlich“ auf ein kind einstellen, wenn vorher alles abgeklärt ist, was auch nur mit geringer wahrscheinlichkeit auf eine behinderung weisen könnte, weil sie sonst „gefahr laufe, die geburt eines geistig und körperlich behinderten kindes nicht mehr verhindern zu können.“

frauenärztInnen werden zu „polizistInnen“, die „fehlerhaftes menschenmaterial“ rechtzeitig erkennen und eindeutig diagnostizieren müssen. versicherungsanstalten werden sich diese sichtweise bald zynisch zu eigen machen. sie rechnen vor, welchen schaden behinderte menschen verursachen und machen die eltern dafür verantwortlich, „solche“ kinder tunlichst zu vermeiden, sprich: rechtzeitig abzutreiben. für menschen mit down-syndrom etwa heißt das: deinen eltern ist ein fehler unterlaufen, als sie dich bekommen haben. und: du solltest eigentlich nicht leben! neben einer pathologisierung (als krankheit erklären) von schwangerschaft führt diese sichtweise zu einer weiteren aussonderung von – eigentlich zu „vermeidenden“ – menschen mit behinderung.

die unmenschlichen folgen dieses prozesses gilt es zu verhindern.