
diversity marketing stellt spezifische teilöffentlichkeiten in den mittelpunkt der überlegungen. dabei folgt man den sogenannten dimensionen, die auch als basis für das diversity management gelten: ethnische herkunft, geschlecht, sexuelle orientierung, besondere bedürfnisse/behinderungen, religion sowie alter.
„dabei geht es nicht nur um diese gruppen als explizit definierte zielgruppen eigens kreierter kampagnen, sondern auch um das bewusstsein der vielfalt des sogenannten mainstreams“, formulierte peter drössler in seinem eröffnungsstatement. „denn alle diese dimensionen sind in wahrheit in jeder nach klassischen kriterien definierten zielgruppe vorhanden.“ diversity-projekte bieten gerade im derzeitigen wirtschaftsklima große profilierungschancen, meint drössler. der aus seiner sicht entscheidende punkt: „diversity marketing betrachtet menschen nicht in herkömmlichen rollenklischees, sondern als emanzipierte konsument/innen – doch im vollen bewusstsein ihrer jeweils spezifischen besonderen eigenschaften.“
vorurteile gegenüber schwarzen menschen zu durchbrechen, hat sich beatrice achaleke zum ziel gesetzt. „ich will darstellen, wie vielfältig die schwarze community in österreich ist. es gibt nicht die schwarze frau oder den schwarzen mann. es sind unterschiedliche menschen, die unterschiedliche berufe selbständig oder als angestellte ausüben“, so achaleke. die bezeichnung schwarze europäerinnen ist achaleke wichtig. denn schwarze menschen, die in europa geboren sind oder aufwachsen sind europäerinnen. „in der werbung herrscht freilich noch weitgehend ein sehr traditionelles rollenverständnis. ich möchte klar machen, dass sich dadurch aber immer weniger menschen angesprochen fühlen.“
dynamisch, flexibel und jung – dies sind die ideale unserer gesellschaft. „und dies sind offenbar jene eigenschaften die behinderten menschen gänzlich abgesprochen werden“, brachte es petra plicka auf den punkt: „vielmehr herrscht in vielen köpfen immer noch das bild von hilfsbedürftigen menschen, für die soziale stellen zu sorgen hätten. doch menschen mit behinderung haben ihre eigenen vorstellungen vom leben. sie bringen sich aktiv in die gesellschaft ein, sind konsument/innen wie alle anderen auch. “
„gerade diese zeiten der krise bergen eine große chance für innovatoren unternehmensgeist, visionäre querdenker und leidenschaftliche vernetzer“, hielt selma prodanovic fest: „jene agenturen die klein, schnell, innovativ, international aufgestellt und vielfältig sind, können trotz krise ganz neue möglichkeiten bieten. gerade jetzt ist der zeitpunkt, wo die offenheit, innovation und beweglichkeit kleinerer und mittlerer agenturen – die in österreich die mehrheit darstellen – ihr größter vorteil. interkulturelle kompetenz ist dabei ein entscheidender wettbewerbsfaktor. denn österreich ist kulturell bunter, als es in massenmedien und werbung derzeit oft noch den anschein erweckt.“
homosexualität ist in österreich immer noch ein subtiles thema. der grund ist angst vor der stigmatisierung und folglich vor dem verlust von karrierechancen. „viele schwule, lesben und bisexuelle fürchten noch immer, auf grund ihrer sexuellen orientierung diskriminiert zu werden“, formulierte manfred wondrak. nach schätzungen sind 10 bis 15 prozent der bevölkerung im urbanen bereich bi- oder homosexuell. und sie sind eine einkommensstarke zielgruppe“, erläutert wondrak. „unternehmen, die den richtigen ton finden, haben hier sicher viel zu gewinnen.“
„in letzter zeit sind zunehmend positive beispiele zu entdecken, wie gedanken des diversity marketings auch in den mainstream eingang halten“, so peter drössler. „unternehmen erkennen vermehrt, dass sie damit nicht nur in den zielgruppen, die direkt durch den diversity begriff angesprochen werden, sympathien gewinnen, sondern dass sie weit darüber hinaus duch einen positiven zugang zur vielfalt auch im gesellschaftlichen mainstream durchaus punkten können“, meint drössler abschließend.
zu diesem thema wurd eine neue blog-seite eröffnet: www.diversitymarketing.at (sehr lesenswert!)
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