
"unscharfe fotos, grossformatig gedruckt sind schwer en vogue."so schreibt ein deutsches fachmagazin kürzlich nach einer tour durch einschlägige galerien. "das mag schon stimmen," meint cristina colombo, "aber das ist etwas zu stark verkürzt."
"denn es kann nicht einfach um irgendeine unschärfe gehen, auch nicht darum, dass ursprünglich scharf belichtete bilder durch bildbearbeitung zu irgendeinem errechneten ergebnis kommen. es geht um die herangehensweise, die mir bei der enstehung meiner bilder wichtig ist. jede situation, jede örtlichkeit und jeder zeitpunkt vermittelt eine andere präsenz des scheinbar faktischen: ein wald ist am frühen morgen ein anderer, als am abend, ein häusermeer benimmt sich an regentagen anders, als an heissen sommerabenden.
entsprechend versuche ich diese qualitäten hinter der realität auch in meinen fotografien einzufangen, indem ich vorort auf die jeweiligen schwingungen reagiere, den einklang mit dem ausgewählten motiv suche und dazu die passende form meiner bewegung wähle. manchmal setze ich mich in den zug, in ein auto oder ich bewege die kamera mit der hand - jede bewegung ist einmalig und nicht mehr exakt zu wiederholen. deshalb sind die bilder dann auch unikate."
derzeit bereitet cristina colombo eine neue ausstellung vor. projektionen statt rahmen, grosse lichträume statt enger grenzen... eine passende location wird noch gesucht.